Kaum zu glauben, wie schnell acht Monate vergehen können: Mein Anerkennungspraktikum bei TROTZDEM e.V. neigt sich dem Ende zu. Für mich war und ist es eine sehr wertvolle Zeit. Sie hat mich sowohl beruflich als auch persönlich bereichert.
Im Praktikum dürfte ich viele neue Einblicke in die Kinder- und Jugendhilfe gewinnen. Spannend war, wie viel man mit unterschiedlichsten Methoden bewegen kann und wie kleine Kniffe eine große Wirkung entfalten können.
In der Zeit war es nicht immer einfach Studium, Nebenjob, Familie und Praktikum unter einen Hut zu bringen. Manchmal fühlte es sich an wie ein Jonglierakt mit vielen Bällen. Doch gerade diese Herausforderung hat mich fachlich und persönlich wachsen lassen.
Ein herzlicher Dank gilt Astrid, die mich während meiner Praktikumszeit hervorragend begleitet hat. Von ihr konnte ich nicht nur methodisch und fachlich sehr viel lernen, sondern auch mein Verständnis und meine Anwendung einer systemischen Haltung nachhaltig vertiefen und zahlreiche fachliche Impulse für meine zukünftige Arbeit gewinnen. Sie hat sich stets Zeit genommen und mir den Raum zur gemeinsamen Reflexion eröffnet, was meine persönliche und berufliche Entwicklung nachhaltig bereichert hat.
Während meiner achtmonatigen Praxisphase bei TROTZDEM e.V. durfte ich zahlreiche familientherapeutische Termine begleiten und miterleben. Ich konnte sehen wie Hilfen von Anfang an aufgebaut und gestaltet werden. Spannend war für mich zu sehen, wie wichtig die sorgfältige Vorbereitung und ein wertschätzender Erstkontakt sind, um Vertrauen zu schaffen und einen guten Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu legen. Dazu gehören transparente Informationen über Ziele und Abläufe, die aktive Einbeziehung aller Familienmitglieder und das gemeinsame Erarbeiten realistischer und erreichbarer Schritte. Dies sind Faktoren, die den weiteren Verlauf der Hilfe entscheidend prägen. Aus diesen Erfahrungen nehme ich viel Impulse für meine zukünftige Arbeit mit. Im Rahmen der Begleitung von aufsuchender Familientherapie, war es besonders eindrucksvoll für mich zu sehen, welche Veränderungen innerhalb der Familien möglich sind. Eine wesentliche Erkenntnis ist, wie entscheidend die Wahl der passenden Intervention für die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit einer Hilfe ist. Eine gezielte und bedarfsgerechte Vorgehensweise kann tiefgreifende Veränderungen anstoßen, während weniger spezifische Maßnahmen häufig nur kurzfristige Effekte zeigen.
Deutlich wurde für mich auch, wie wichtig eine klare Struktur und ein roter Faden innerhalb der Hilfen ist.
Einen weiteren wichtigen Lernbereich stellte für mich die Gremienarbeit dar. Ich hatte die Möglichkeit an unterschiedlichen Teamsitzungen, Mitarbeiter:innenvollversammlungen, Arbeitsgruppen und Projekten des Jugendamtes teilzunehmen. Wodurch ich einen umfassenden Eindruck der Kinder- und Jugendhilfe gewinnen konnte. Gleichzeitig konnte ich stets vom fachlichen Austausch innerhalb der unterschiedlichen Gremien profitieren und dabei miterleben, wie sich sowohl der Träger als auch andere beteiligte Akteur:innen wie das Duisburger Jugendamt aktiv für einen Wandel der Kinder und Jugendhilfe hin zu mehr Partizipation einsetzen.
Besonders hervorheben möchte ich, dass mir Studium und Praktikum gezeigt haben, wie lohnend es sein kann, auch später im Leben noch einmal Veränderungen zuzulassen, neue Wege zu gehen und dabei andere Menschen zu ermutigen, ihren eigenen beruflichen oder persönlichen Traum zu verfolgen, auch wenn es herausfordernd ist. Diese Erfahrung durfte ich nicht nur für mich selbst machen, sondern auch bei den Familien erleben, die sich im Rahmen der aufsuchenden Familientherapie auf neue Perspektiven einlassen und mutig Veränderungsschritte gehen. Es lohnt sich!
Mein Praktikum hat mir so einen tiefen Einblick in die Vielschichtigkeit und Komplexität der Trägerarbeit gegeben und gezeigt, wie vielfältig und anspruchsvoll die Hilfen zur Erziehung sind und wie entscheidend ein methodisch fundiertes, fachlich reflektiertes und systemisch orientiertes Handeln für den Erfolg dieser Arbeit ist.
Ich bin sehr dankbar für all die Erfahrungen, die ich sammeln durfte und für die Unterstützung durch das gesamte Team von TROTZDEM e.V.
Und wer weiß, vielleicht ist dieses Praktikum ja gar kein Abschied, sondern eher der Anfang von etwas Neuem.
TROTZDEM e.V.
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