Ohne Familie geht es nicht? Wie Trotzdem e.V. mit familienanalogen Betreuungsstellen arbeitet. (Teil 1)

Seit Beginn unserer Arbeit im Jahr 1998 verbinden wir den systemischen Ansatz mit den Bedürfnissen der Jugendhilfe. Ein für uns besonders bedeutsamer Teil dieser Arbeit ist die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in familienanalogen Betreuungsstellen – also in Familien oder familienähnlichen Strukturen, die ein “Zuhause-Gefühl” ermöglichen bei gleichzeitiger professioneller Betreuung.

Im ersten Teil dieses Beitrags möchten wir Ihnen heute aufzeigen, wie die Arbeit der Fachberatungen von Trotzdem e.V. im familienanalogen Bereich aussieht. Im nächsten Artikel wird es dann um die Herausforderungen gehen, die sich innerhalb und außerhalb der “Profi-Familie” ergeben können.


Betreuungsstellen auswählen: Eine besondere Aufgabe für besondere Menschen

Wir nennen sie “Profi-Familien” – Familien mit wenigstens einem Elternteil mit pädagogischer Fachausbildung, die ein Kind oder einen Jugendlichen in ihrem Zuhause aufnehmen. Ein von uns entwickeltes differenziertes Bewerbungsverfahren stellt sicher, dass die Familien wirklich geeignet sind, die Betreuungsstellen den Standards der Landesjugendämter entsprechen und eine Betriebserlaubnis erhalten. Anschließend bereiten wir unsere “Profi-Familien” intensiv auf ihre zukünftige Aufgabe vor.


Fachliche Begleitung: Gemeinsam professionell betreuen

Doch das ist erst der Anfang. Die persönliche Fachberatung der familienanalogen Betreuungsstelle ist für uns die zentrale Aufgabe der fachlichen Begleitung. Alle 3 Wochen unterstützt die Fachbegleitung deshalb vor allem bei der Reflexion des Alltags, wobei die Kinder wissen, dass sie selbst bei diesen Terminen im Mittelpunkt stehen. Welche Themen wirken derzeit auf das Familiensystem ein? Wie ist die Stimmung? Welche Verhaltensweisen hat das Kind in letzter Zeit gezeigt? Wie reagieren die “professionellen Eltern” und die leiblichen Kinder? Wie fühlen sich die Beteiligten? Wie gut greifen die vereinbarten Strukturierungshilfen?


Persönlicher Kontakt: Vertrauen entscheidet

Die Fachberatung erscheint immer auch als Ansprechpartner des Kindes. Schon zu Beginn, bei der Anbahnung einer Unterbringung ist es uns wichtig, dem Kind Interesse zu signalisieren und ihm zu vermitteln, dass seine Bedürfnisse berücksichtigt und seine Interessen vertreten werden. So haben Kinder immer die Möglichkeit, ein Einzelgespräch mit der Fachberatung zu führen und bei Anliegen, Krisen oder Beschwerden von einer Vertrauensperson gehört zu werden. Uns ist besonders wichtig, dass jedes Kind weiß, dass es sich jederzeit an die Fachberatung wenden kann – egal, mit welchem Anliegen.


Klingt interessant? Wir suchen Sie!

Sie sind selbst pädagogische Fachkraft, z.B. ErzieherIn, SozialpädagogIn oder SozialarbeiterIn? Sie können sich vorstellen, selbst ein Kind bei sich Zuhause aufzunehmen?
Im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit suchen wir Sie als familienanaloge Betreuungsstelle. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie als Paar oder alleine, mit oder ohne eigene Kinder leben. Intensive Vorbereitung, fachliche Begleitung, Supervision und Fortbildungen gehören selbstverständlich dazu.

Rufen Sie uns bei Interesse jederzeit gerne an unter
0211 88 000 77 – oder kommen Sie einfach zu unserer offenen Sprechstunde, immer am ersten Mittwoch im Monat um 16 Uhr in unserem Geschäftsstelle an der Berliner Allee 30. 


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